Reinhold Fuhr

Reinhold Fuhr wurde am 13. April 1871 in Marienberg (Westerwald) geboren. Bereits im Jahr 1878 kam er nach Biedenkopf, wo er die Schule besuchte und anschließend seine Ausbildung absolvierte.
Nach Abschluss seiner Ausbildung verließ er seine Wahlheimat zunächst und arbeitete unter anderem in Frankfurt am Main sowie in Château-Salins (Lothringen). Im Jahr 1916 kehrte er schließlich ins Hinterland zurück und war dort bis zu seinem Ruhestand im Jahr 1933 als Postbeamter tätig.
Neben seinem Beruf galt sein besonderes Interesse der Geschichte der Stadt und des ehemaligen Kreises Biedenkopf. Er entwickelte sich zu einem der besten Kenner der regionalen Geschichte und engagierte sich neben dem OHGV Biedenkopf auch intensiv für die Archivierung und Aufarbeitung historischer Unterlagen. Seit der Gründung des Hinterländer Geschichtsvereins im Jahr 1907 war Reinhold Fuhr dessen Mitglied. Im Jahr 1930 übernahm er dort das Amt des Schriftführers.
Als langjähriger Wanderwart des OHGV Biedenkopf und zeitweise dessen 1. Vorsitzender prägte Reinhold Fuhr das Wanderwesen im Hinterland über viele Jahrzehnte. Er pflegte die Wanderwege rund um Biedenkopf, markierte zahlreiche Strecken und führte unzählige Wanderfreunde durch die heimischen Wälder und Berge.
Am 13. April 1951 vollendete Reinhold Fuhr sein 80. Lebensjahr. Aus diesem Anlass bereitete ihm der OHGV Biedenkopf eine besondere Ehrung. Was lag näher, als einen Wanderweg nach dem Mann zu benennen, der sich mehr als fünf Jahrzehnte lang mit großem Engagement für die Deutsche Wanderbewegung eingesetzt hatte?
Der heutige Reinhold-Fuhr-Weg war bereits damals ein beliebter Rundwanderweg rund um Biedenkopf und eignete sich daher in besonderer Weise für diese Auszeichnung. Die Mitglieder und Wanderfreunde des OHGV Biedenkopf übernahmen die Markierung des Weges in Eigenleistung und zeichneten die rund 30,7 Kilometer lange Strecke eigenhändig aus.
Reinhold Fuhr verstarb am 16. August 1953 im Alter von 82 Jahren in Biedenkopf.
Der Reinhold-Fuhr-Weg hat eine Gesamtlänge von 30,7 Kilometern und ist mit einem weißen „F“ als Wegzeichen markiert. Er führt Wanderer auf einem abwechslungsreichen Rundweg einmal um die Stadt Biedenkopf. Heute verlaufen einige Abschnitte des Weges durch das Stadtgebiet, was zur Zeit seiner Entstehung noch anders war. Um den Rundwanderweg auch für Spaziergänger attraktiv zu gestalten, wurde er bereits damals in fünf Teilstrecken untergliedert. Die einzelnen Abschnitte sind zwischen 6,7 und 11,7 Kilometern lang. Alle Touren können bequem am Marktplatz in Biedenkopf begonnen werden und führen auch wieder dorthin zurück.

Beschreibung des Rundwanderweges

Start/Ziel: Marktplatz Biedenkopf. Wir gehen in südlicher Richtung durch die Bachgrundstraße und über die Untermühlsbrücke. Dahinter links abbiegen und der Lindenstraße folgen. Vom Fuß des Altenberges (Aulrain) steigt der Weg an bis zum Austritt auf freies Feld; dort halblinks abwärts über den Martinsbach gehen und den Feldweg nach rechts einschlagen. Am Thalenberg biegt der „F“-Weg rechts ansteigend ab und folgt dann nach rechts dem Martinsbachtal, am Waldplatz der Männergesellschaft „Hewwe un Drewwe“ vorbei bis zum Wasser-Tretbecken. Dort biegt er auf den Natur-/Kulturlehrpfad nach rechts ab und wir erreichen den Markusbrunnen mit Schutzhütte. Unterhalb der Schutzhütte gehen wir weiter und folgen und sofort dem Weg links zum oberen Altenbergweg bergan. Von dort gehen wir nach rechts auf der Stadtseite bis zum Himmelborn (Kuhl-Eiche). (Für Etappenwanderer: Von hier ist ein bequemer Abstieg zur Stadt möglich) Wir nehmen den Weg Richtung Ludwigshütte, der nahezu ohne Steigung um den Hachenberg führt, gehen oberhalb des Altenbachtals durch, umrunden die Aufspringe und leicht abwärts den Roßberg. Der Reinhold-Fuhr-Weg macht hier einen kurzen links-rechts- Knick und wir erreichen den Zollstock, eine Waldkreuzung. Weiter geht es halbrechts leicht ansteigend ca. 100 m, bis der Weg nach rechts ins Tal führt und wir am Waldplatz der Männergesellschaft Ludwigshütte in das freie Feld kommen. Von dort erreichen wir bergab nach links gehend Ludwigshütte. Wir überqueren die Lahnbrücke und gehen nach rechts Richtung Kreisverkehr (B 253). (Hier ist etwa die halbe Wanderstrecke des Reinhold-Fuhr-Wegs erreicht und eine Rückkehr zur Stadt möglich) Ein kurzes Stück gehen wir die B 253 in Richtung Frankenberg bis zum Löschteich, dort rechts unterhalb am Teich vorbei. Vor dem Berg schwenkt der Weg nach rechts, um nach ca. 30 m links- rechts als steil aufsteigender Pfad weiterzuführen. Wir steigen über den nächsten Waldweg und folgen dem Pfad aufwärts. Oben umrunden wir die Pinnhecke in Richtung Biedenkopf und folgen dem Weg immer mit Blick auf die Stadt, an den Waldplätzen der Männergesellschaft Oberstadt und Hasenlauf vorbei, bis zur Goldkiste mit ihrer Schutzhütte. (Hier ist ein Abstieg durch das Kottenbachtal zur Stadt möglich) Wir steigen nach halbrechts aufwärts am Steckelnberg vorbei bis zum Hassenroth auf. Ebenerdig geht es nach rechts weiter, nach einer scharfen Rechtskurve kommt eine Kreuzung (Pärners Triesch), die wir überschreiten. Der Weg führt zum Heiligenberg aufsteigend und weiter abwärts zum Hombügel und Eschenberg. Wir umrunden nach rechts gehend, etwa auf gleicher Höhe, den Eschenberg mit seinem herrlichen Ausblick auf das Landgrafenschloss, die westliche Stadt und die umgebende Landschaft. Dann geht es abwärts zur Stadt. Beim Austritt aus dem Wald erwartet uns eine schöne Aussicht mit Bänken und einer Schutzhütte. Wir folgen dem Weg abwärts und biegen links ab auf die Straße „Am Eschenberg“ in Richtung Radeköppel / Dexbacher Straße. Nach ca. 700 m biegen wir rechts ab und steigen steil den Leiseköppel hinauf, am Birkenborn vorbei zur nächsten Kreuzung. Hier biegen wir rechts ab, halten uns dann links Richtung Lippershardt. Kurz vor dem Waldplatz der Männergesellschaft Hospitalstraße geht es links abwärts. Oberhalb des Fließbachs und der Wolfskaute führt uns der Weg am Waldrand mit Talsicht zum Parkplatz am Roten Stein. Nach rechts abwärts gehen wir an der Mushecke vorbei, die Hospitalstraße entlang und erreichen den Marktplatz. (Text: Aus der Wanderankündigung von Steffen Unkel. Original Text vom Vorstand des OHGV Biedenkopf)
